Felix Mendelssohn Bartholdy – „PAULUS“
Samstag, 28.11.2026, 18 Uhr – Westerwälder Dom Wirges
Sonntag, 29.11.2026, 18 Uhr – Kath. Kirche Mariä Heimsuchung Höhn
Felix Mendelssohn Bartholdy (1857-1934)
„Paulus“
Oratorium nach Worten der Heiligen Schrift
für Chor, Soli und Orchester op. 36
Alexandra Untiedt, Sopran
Barbara Ochs, Mezzo-Sopran
Maximilian Fieth, Tenor
Emanuel Fluck, Bass
Philharmonie Südwestfalen, Landesorchester Nordrhein-Westfalen
Konzertchor Wirges
Vox Humana Ensemble
Dekanatskantor Christoph Rethmeier, Leitung
Felix Mendelssohns Oratorium „Paulus“ –
wenn ein Leben eine neue Richtung nimmt
„Siehe, ich sehe den Himmel offen.“
Ein Lichtstrahl durchbricht die Dunkelheit. Ein Augenblick verändert alles: Aus einem Verfolger wird ein Verkünder, aus Gewissheit wird eine neue Sicht auf die Welt.
Felix Mendelssohn Bartholdys Oratorium Paulus erzählt von einer der dramatischsten Wandlungen der biblischen Geschichte: von Verfolgung und Zweifel, von Schuld und Vergebung, von Widerstand, Hoffnung und dem Mut, einen neuen Weg einzuschlagen.
Am Anfang steht Stephanus, der wegen seines Glaubens verfolgt und gesteinigt wird. Saulus gehört zu denen, die gegen die Anhänger Jesu vorgehen. Doch auf dem Weg nach Damaskus geschieht das Unfassbare: Ein blendendes Licht wirft ihn zu Boden, eine Stimme stellt sein bisheriges Leben infrage. Der Verfolger wird zum Verfolgten — Saulus zum Paulus. Gestärkt durch seinen neu gewonnenen Glauben beginnt er, die Botschaft Christi zu verkünden trotz Widerstands, Anfeindung und drohender Gefahr. Eine Geschichte von radikaler Wandlung, unerschütterlicher Überzeugung und der Hoffnung auf einen neuen Anfang.
Mit großer musikalischer Kraft entfaltet Mendelssohn ein bewegendes Panorama menschlicher Erfahrungen. Mächtige und eindrucksvolle Chöre treffen auf innige Arien, dramatische Szenen auf Momente von stiller Zuversicht begleitet von einem groß besetzen Symphonieorchester. Die Musik lässt die Fragen, Konflikte und Hoffnungen der Geschichte unmittelbar spürbar werden und öffnet zugleich einen Raum für die Fragen unserer eigenen Zeit.
Was bringt einen Menschen dazu, alles infrage zu stellen? Was verändert unseren Blick auf andere? Und was geschieht, wenn sich plötzlich ein neuer Horizont öffnet? –
1833 erhielt Mendelssohn vom Frankfurter Cäcilienverein den Auftrag zur Komposition eines großen Oratoriums. Mendelssohn wählte biblische Texte aus der Apostelgeschichte, den Apostelbriefen und dem Alten Testament und ergänzte das Libretto mit bekannten protestantischen Chorälen. Die Uraufführung fand im Mai 1836 in Düsseldorf unter Mendelssohns Leitung statt.
Nach der überaus erfolgreichen Premiere trat das Werk einen beispiellosen Siegeszug durch die westliche Musikwelt an. Schnell wurde das Oratorium zu einem der populärsten Kirchenmusikwerke des 19. Jahrhunderts. Robert Schumann bezeichnete es als „Juwel der Gegenwart“ und selbst Richard Wagner äußerte sich zunächst begeistert über Mendelssohns Musik.
Später war es dann Wagner, der mit seinem Aufsatz „Über das Judentum in der Musik“ den Boden für die antisemitische Hetze gegen Mendelssohn bereitete und zu einem jähen Abfall der Popularität Mendelssohns und seiner Musik gegen Ende des 19. Jahrhunderts beitrug. So erlebte der Paulus in weniger als 100 Jahren nach seiner Entstehung die Extreme frenetischer Popularität und fanatischer Ablehnung, die im Mendelssohn Verbot des Nationalsozialismus gipfelte.
Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Musik Mendelssohns wiederentdeckt und neu gewürdigt. Heute gehört das Oratorium zu den bedeutendsten und eindrucksvollsten geistlichen Werken der Romantik.
Erleben Sie ein großes Oratorium über die Kraft der Veränderung eindrucksvoll, bewegend und überraschend aktuell.
Wir laden Sie am 1.Advent herzlich ein, sich von Mendelssohns Musik mitnehmen zu lassen: in eine Geschichte, die von Dunkelheit und Licht erzählt und davon, dass ein neuer Anfang möglich ist.


